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Creative Industry Management

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Kultur- und Kreativwirtschaft im digitalen Wandel: Grundlagen und Definitionen

Creative Industry Management: Im Kern geht es darum, dass die Managementmethoden innerhalb der verschiedenen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft angesichts des digitalen Wandels konvergieren. Wie ähnlich ist es nach demMehr anzeigen

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Stadt
Berlin
Kategorie
Literatur
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10/6/2021

Textprobe: Kreativität

Malte Behrmann
Malte Behrmann
3 min Lesezeit

Blog. Textprobe 3

Besondere Verdienste hat Florida bei der Beschreibung der kreativen Klasse. Er beobachtet wie ein Verhaltensbiologe den neuen Stil der creative worker. Innovation sei grundsätzlich ein soziales Phänomen. In den Labs der großen Unternehmen gebe es heute Campus-ähnliche Strukturen, in denen ein casual dress code herrsche. Viele Kreative träfen sich und arbeiteten in Cafés, mitunter um die soziale Interaktion in ihren Alltag zu integrieren. Die früher noch herrschende strikte Trennung zwischen Arbeit und dem sozialen Leben löse sich schrittweise auf (Florida 2012, S. 128).
Zusammengehalten werde die neue kreative Klasse durch ein gemeinsames Ethos, das auf einem ausdifferenzierten Wertekanon (Florida 2012, S. 56) beruhe, auf nonmonetären Meriten und nicht unbedingt nur auf monetärem Verdienst. Dieses Ethos funktioniere nach eigenständigen Regeln: Wichtige Elemente seien Individualität, Diversität und Offenheit. Auch für ihn seien Verhaltensweisen (Haltung auf individueller und kollektiver Basis) wichtige Merkmale dieser Klasse. Diese Haltungen brächten Veränderungen mit sich; sie wirkten sich auf den Arbeitsplatz und die Arbeitskultur genauso aus wie auf Werte und Normen, auf die Entwicklung von Communitys, auf die Arbeitsumgebung, den Lifestyle und sogar die Nachbarschaftsstrukturen. Dies führe zu einer gewissen Spannung zwischen der Kreativität auf der einen Seite und Organisationen klassischer Art auf der anderen Seite. Wichtige Impulse kämen durch nonmonetäre, meritokratische Strukturen. Der Wertekodex (Florida 2012, S. 56–59) sei getragen von Individualität – also dem Streben danach – und der Ablehnung von Konformismus. Die Normkonformität sei insofern fast schon zu einem Mainstreamwert geworden. Diese Beobachtung Floridas, dass alternative Bewegungen mittlerweile Mainstream werden und Nonkonformität folglich obligatorisch wird, teile ich. Die Vermassung der individuellen Lebensweise, wie sie zum Beispiel durch den Apple-Slogan „think different“ deutlich wird, erzwingt eine hohe Anpassung.
Dieser Wertekodex kommt auch bei Thiel zur Sprache. Aber auch er beschreibt in seinem Kapitel „The Founders Paradox“ (Thiel 2014, S. 128 ff.) die besondere Ungewöhnlichkeit und mentale Eigenständigkeit von Gründern. Erfolgreiche Gründer sind ungewöhnliche. Zu Floridas Wertesystem ist zu sagen, dass er eine wichtige handwerkliche Neuerung – die Einführung der Toleranz als Innovationskriterium im Rahmen der Kreativwirtschaft – heranzieht. Sein von ihm 2002 entwickelter Toleranzindex (Florida 2012, S. 72–74) war wegweisend. Gerade in sogenannten „Multikulti“-geprägten Städten wie Berlin ist der Toleranzbegriff besonders wichtig.
Ein wichtiges Grundprinzip zum Verständnis der Funktionsweise der kreativen Klasse findet sich in der Meritokratie, einem Hierarchiesystem, das auf nonmonetären „Meriten“ fußt. Die Meinung der Konkurrenten ist ein wichtiger Motivator für Künstler und Kreative wie Wissenschaftler und Schauspieler. Aus einer anderen Perspektive bestätigt diese Ansicht auch Richard Caves, der dafür den Begriff Peer-System verwendet. Junge Maler suchen sich, um bekannt zu werden, zunächst die künstlerische Anerkennung ihrer Kollegen (Caves 2000, S. 26). Wissenschaftler werden dadurch motiviert, dass sie Preise gewinnen können. Ähnliche Systeme gibt es im Bereich der Open-Source-Software: group recognition anstelle von nur finanziellen Anreizen. Zentral ist jedoch die intrinsische Natur der Entwicklung. Zwar werden harte Arbeit und Erfolg klar positiv bewertet, aber dies ist für Florida nicht zwingend mit Geld gleichzusetzen.

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